In mehr als 50 Ländern ist es bereits üblich, dass Folsäure in der Nahrung ergänzt wird. Nun fordern auch deutsche Ärzte, dass es zu dieser Ergänzung kommt. Kommt es bereits in der Schwangerschaft zu einem FolsäureMangel kann dies verheerende Auswirkungen auf das ungeborene Kind mit sich bringen. Es kann zu einer Anenzephalie kommen, bei welcher das Kind bereits wenige Tage nach der Geburt verstirbt. Durch die ausreichende Gabe von Folsäure könnte diese Fehlbildung in 85 Prozent der Fälle verhindert werden.

Folsäure wird auch als Vitamin B9 bezeichnet und weist eine höhere Bioverfügbarkeit auf, als andere Vitamine. Im Durchschnitt wird in Deutschland nur etwa die Hälfte der benötigten Menge aufgenommen.

 

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Um dieses Risiko eindämmen zu können, empfehlen Ärzte, dass Frauen im gebärfähigen Alter ausreichend Folsäure zuführen. Zwar liegen empfohlene Werte bei etwa 800mg. Da viele Schwangerschaften auch ungeplant eintreten, zeigt sich hier allerdings ein Problem, da die erste Vorsorgeuntersuchung erst nach neun Wochen durchgeführt wird und bis dahin bereits ein Mangel an Folsäure entstehen kann. Ärzte meinen, dass nur eine ausreichende Versorgung stattfinden kann, wenn die Grundnahrungsmittel mit Folsäure angereichert werden. Dabei sind auch die Kosten dieser Anreicherung sehr gering. Allerdings findet in Deutschland immer noch eine Diskussion statt, ob jeder in der Bevölkerung eine Anreicherung an Folsäure erhalten soll, da Gegner dieser Idee meinen, dass es dadurch zu Gewebeveränderungen kommen könnte, welche sich zu Tumoren entwickeln könnten. Allerdings stammen diese Belege aus der Tierforschung und könnten den Experten nach nicht auf den Menschen umgelegt werden.