EisenmangelEisenmangel

Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist der häufigste Mangel an Nährstoffen der Eisenmangel. Durch Eisenmangel kann es zur schweren Anämie kommen, die jedoch in Industrieländern selten auftritt. Dagegen sind leichte Formen einer Eisenmangel-Anämie häufig. Der Körper kann Eisen nicht eigenständig produzieren und braucht eisenhaltige Nahrungsmittel, um die Speicher gefüllt zu halten. Beim Optimalzustand sind die Speicher (Ferritin) gefüllt und die Eisentransporter (Transferrin) ausgelastet. Transferrin bringt das Eisen zu den Orten im Körper, wo es gebraucht wird. Im Optimalzustand steht somit genügend Eisen bereit und es können neue rote Blutkörperchen gebildet werden. Bei Eisenmangel ist der Eisenspeicher nicht mehr ausreichend gefüllt, denn der Körper verbraucht mehr Eisen, als ihm zugefügt wird. Es sind zwar noch „alte“ rote Blutkörperchen vorhanden, aber der Betroffene spürt bereits Symtpome des Eisenmangels. Wird dieser Mangel nicht behoben, kommt es zur Anämie: Die Eisenspeicher sind leer und es können keine neuen roten Blutkörperchen mehr gebildet werden.

Ursachen von Eisenmangel

Verliert der Körper mehr Eisen als ihm zugeführt wird, kommt es zum Eisenmangel. Am häufigsten geschieht dies durch Blutverlust (Menstruation, Geburt, Operation, Blutspende, Unfall).

Ebenso leiden Veganer oder Vegetarier häufig unter Eisenmangel, da sie keine tierischen Nahrungsmittel zu sich nehmen, die sehr eisenhaltig sind. Verzehren sie nicht genügend pflanzliche, eisenhaltige Nahrungsmittel, leiden sie unter Mangelerscheinungen. Einen erhöhten Bedarf an Eisen haben Schwangere, Stillende, Kinder und Leistungssportler.

Weitere Ursachen für einen Eisenmangel:

  • chronische Krankheiten
  • Krebs
  • Glutenunverträglichkeit
  • Magenbybass
  • bakterielle Infektionen (beispielsweise Helicobacter pylori)

Ein Eisenmangel kann ebenso durch einen Mangel an Vitamin B12 oder einen Folsäuren Mangel ausgelöst werden.

Symptome bei Eisenmangel

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedächtnisstörungen
  • reduzierte Leistungsfähigkeit
  • reduzierte Lernfähigkeit
  • Überempfindlichkeit gegenüber Kälte
  • Infektanfälligkeit
  • Blässe
  • Schleimhäute bilden sich zurück
  • Mundwinkel reissen ein
  • brüchige Nägel und Haare
  • Herzrasen
  • Luftnot
  • Depressionen
  • AHDS
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Anämie (Blutarmut)

Ein ungewöhnlicher Appetit auf Dinge oder Lebensmittel kann auf einen Eisenmangel hinweisen. Dieser Drang auf außergewöhnliche Dinge oder Nahrungsmittel wird Pica genannt. Kleine Kinder möchten beispielsweise Geldmünzen oder Erde essen. Andere Betroffene haben Lust auf Sellerie, Erdnüsse, Karotten oder Eiswürfel. Dies muss kein Eisenmangel bedeuten, aber viele Menschen mit einem Mangel an Eisen haben solche Gelüste.

Behandlung von Eisenmangel

Bei einem Eisenmangel sollte immer der Gang zum Arzt erfolgen. Er wird nach der Ursache des Eisenmangels forschen. Vor der Therapie wird somit die Ursache abgeklärt und falls der Eisenmangel nicht nur durch Fehlernährung, sondern durch eine Krankheit ausgelöst wurde, wird diese mitbehandelt.

Die Form der Behandlung richtet sich nach Schweregrad des Mangels. Im ganz leichten Fall kann ein Eisenmangel mit Ernährung behoben werden. Dazu wird auf eisenhaltige Nahrungsmittel in ausreichender Menge geachtet. Oftmals wird aber zusätzlich ein Eisenpräparat eingenommen, um den Mangel wieder auszugleichen. Sind die Eisenspeicher bereits längere Zeit leer, reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus, denn der Darm ist lediglich in der Lage, zehn Prozent Eisen durch Lebensmittel aufzunehmen. Der Rest wird ausgeschieden. Ein Beispiel macht deutlich, wie viele eisenhaltige Nahrungsmittel gegessen werden müssten, um einen Mangel ausschließlich über die Ernährung auszugleichen: Rund drei Milligramm Eisen befinden sich in hundert Gramm Putenfleisch. Der Darm kann von diesen drei Milligramm aber nur 0,3 Milligramm aufnehmen. Um einen Mangel an Eisen auszugleichen, müssten erhebliche Mengen an Putenfleisch verzehrt werden.

Deshalb werden für die Behandlung von Eisenmangel Tabletten (Kapseln) oder Infusionen verordnet.

  • Tabletten (Kapseln) – Eisenpräparate in Form von Tabletten oder Kapseln können in der Apotheke oder Drogerie gekauft werden. Es ist jedoch zu empfehlen, von einem Arzt abklären zu lassen, in welcher Dosierung und über welchen Zeitraum das Eisen eingenommen werden soll, da es zur Überdosierung kommen kann. Die Behandlung mit Tabletten oder Kapseln ist oftmals langwierig und häufig treten Nebenwirkungen auf. Um die Eisenspeicher bei einer Blutarmut wieder auffüllen zu können, sind zwischen drei und sechs Monate nötig. Eine orale Eisengabe wird deshalb eher bei leichtem Eisenmangel verordnet. Die häufigen Nebenwirkungen bei der Einnahme eines Eisenpräpartes sind Magenkrämpfe, Übelkeit, Verstopfung und Erbrechen. Besteht im Körper eine Entzündung, wird die Aufnahme von Eisen über den Darm gehemmt. In diesem Fall und bei Blutarmut wird intravenös Eisen zugeführt.
  • Intravenöse Eisenzufuhr – Bei einer Anämie, bei schwerem Eisenmangel sowie bei bestimmten Infektionen oder Krankheiten wird das Eisen auf intravenösem Wege zugeführt. Dabei wird dem Betroffenen die Eisenlösung direkt ins Blut gespritzt oder mit einer Infusion zugeführt. Mit der intravenösen Zufuhr gelangt das Eisen direkt in den Organismus und muss nicht über den Darm ins Blut transportiert werden. Die Nebenwirkungen, die häufig bei der oralen Eisenzuführung auftreten, entstehen bei der intravenösen Methode nicht. Zudem werden die Eisenspeicher mit dieser Behandlung schneller aufgefüllt.

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