Etwa 90 Prozent der schwangeren Frauen in Deutschland sind von einem Folsäure-Mangel betroffen. Diese kann aber nicht nur zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel, sondern auch zu einer Anämie führen. Seit in den USA Lebensmittel obligatorisch mit Folsäure angereichert wurden, hat auch die Anämie ihren Rücklauf gefunden. Dieser Sachverhalt wird in den USA seit 1998 durchgeführt. Seither haben sich weitere 70 Länder bezüglich der Folsäure-Anreicherung angeschlossen und die Ergebnisse sind erstaunlich, denn die Neuralrohrdefekte bei der Geburt sanken um etwa 45 Prozent. Eine Anreicherung vor der Schwangerschaft kann diesen Defekt verhindern, welcher schwere Schädigungen beim Fötus mit sich ziehen kann.

 

Die Studie

Mehr als 1500 Probanden im Alter von 45 und darüber wurden für diese Studie untersucht. Beinahe jeder der Teilnehmer wies einen Mangel an Folsäure auf. Dass sich der Folsäure-Mangel in den letzten Jahren reduziert hat, könnte auch mit der anderen Ernährung zusammenhängen. Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass vor allem durch die gesetzlich vorgeschriebene Beimengung von Folsäure der Anämie der Kampf angesagt werden konnte.

In Deutschland, der Schweiz und in Österreich findet diese obligatorische Anreicherung mit Folsäure bisher noch nicht statt. Dies wird unter anderem mit Aussagen von Experten der Gegenseite argumentiert, welche Folgen einer Überdosierung von Folsäure befürchten. Zudem wird die Folsäure-Anreicherung auch deswegen in diesen Ländern abgelehnt, da argumentiert wird, dass jeder selbst mit den entsprechenden Lebensmitteln für eine Anreicherung an Folsäure sorgen könne.