Aminosäuren sind auch wegen ihres medizinischen Nutzens wichtig. Eine Studie, welche noch andauert, fokussiert die Auswirkung von Leucin bei bettlägrigen Menschen. Ebenso zeigte die Studie in Texas, dass durch die Zufuhr von Leucin auch der Muskelschwund gehemmt werden kann.

 

Die Studie

Bei der Studie meldeten sich 13 gesunde Probanden, die sich für 28 Tage in Bettruhe begaben. Es wurden zwei Gruppen gebildet, wobei nur eine einen Cocktail aus Aminosäuren und Kohlenhydrate erhielt, die anderen Teilnehmer bekamen lediglich Placebos. Bei der Aminosäure-Kohlenhydrat-Gruppe zeigte sich, dass die Muskelmasse um etwa 50 Prozent weniger abnahm, als bei der Placebo-Gruppe. Doch dieser Erfolg reichte noch nicht aus. Immerhin schmecken diese Kombinationspräparate nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern sind auch mit enormen Kosten verbunden. Zudem zeigt sich bei bettlägrigen Patienten auch das Problem, dass diese im Laufe der Zeit nicht mehr ausreichend Nahrung, und schon gar keine großen Mengen an Aminosäure-Kohlenhydrat-Kombinationen, zu sich nehmen können.

Weitere Studien

Diese Faktoren wurden bei einer weiteren Studie berücksichtigt. So erhielten die Teilnehmer anstelle der Kombinationspräparate lediglich drei Gramm Leucin in ihr Essen. Dabei handelt es sich um eine Leucin-Menge, die bereits in 150 Gramm Rindfleisch zu finden ist. So spielen weder Kosten noch die Appetitlosigkeit eine Rolle.

 

Warum Leucin?

Für Leucin wurde sich deswegen entschieden, da es sich hier nicht nur um einen wichtigen Baustein von Proteinen handelt, sondern auch der Prozess des Muskelaufbaus initiiert wird. Zwar ist die Gabe von drei Gramm Leucin auf die Dauer gesehen nicht so effektiv wie das Kombinationspräparat, hat aber durchaus seine Vorteile. Erstens erfolgt die Verabreichung einfacher und zweitens kann die Therapie leichter durchgehalten werden und führt nicht zu einem Sättigungsgefühl.