Ein Mangel an Folsäure kann die Ursache dafür sein, dass Kinder nur langsam die Sprache erlernen. Dieser Mangel kann vor allem in der Schwangerschaft und in der Stillzeit auftreten. Um eine Unterentwicklung der Sprache zu verhindern, sollte deswegen ausreichend Folsäure vor und während der Schwangerschaft zugeführt werden.

 

Die Studie

In Schweden wurde von 1999 bis 2008 eine Studie mit mehr als 110.000 schwangeren Frauen und den Kindern durchgeführt. Es wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Folsäure und dem kindlichen Spracherwerb untersucht. Bei de Studie wurde der Spracherwerb des Kindes bis zum dritten Lebensjahr mit der Einnahme von Folsäure verglichen. Dabei hielten die Wissenschaftler aber auch die Ergänzung von anderen Nahrungsergänzungsmitteln fest.

Die Studie zeigte, dass Störungen beim Spracherwerb vor allem bei den Kindern eintrat, deren Mütter in der Schwangerschaft keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nahmen. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch bei Kindern, deren Mütter keine Folsäure während der Schwangerschaft zu sich nahmen.

Die Grobmotorik, welche parallel zum Spracherwerb zunimmt, zeigte bei diesen Studien allerdings keine Verzögerungen, selbst wenn keine Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wurden. Es wurde zwar erwartet, dass beide Fähigkeiten eingeschränkt werden, dies konnte sich aber nicht bestätigen.

Die Ergebnisse der Studie sind allerdings nur bedingt aussagekräftig, denn die Ursache-Wirkung-Beziehung konnte nicht aufgezeigt werden. Um die Kausalbeziehungen nachweisen zu können, sind noch weitere Studien notwendig. Aufgrund der Neuralrohrdefekte, welche mit Hilfe von Folsäure vermieden werden können, wurde die Gabe an Frauen im gebärfähigen Alter bereits in 50 Ländern durchgesetzt.