Vitamin A

Dem Begriff Vitamin A sind rund fünfzig Carotinoide und Retinol zugeordnet. Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das einzig in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Die Cartinoide sind zudem in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten, die im menschlichen Darm zu Vitamin A umgewandet werden.

 

Wirkung von Vitamin A

Vitamin A ist besonders bedeutsam für Haut, Schleimhäute, Wachstum, Blut, Sehvorgang und für den Stoffwechsel. Das Retinol ist für die Gesunderhaltunge der Nervenzellen verantwortlich, die sich im Gehirn, im Rückenmark und in den peripheren Nervenbahnen befinden. Außerdem fördert Retinol die Blutbildung und durch Vitamin A kann Eisen leichter ins Blut eingebaut werden.

Eine wesentliche Rolle spielt Vitamin A bei der Gesundheit und Struktur von Gewebe, sodass ein gesundes Zellwachstum der Haut und der Atemwegswände sowie der Wände von Harnwege und Verdauungstrakt garantiert wird. Vitamin A ist für den Sehvorgang lebensnotwendig. Ein Mangel zeigt sich unter anderem an Nachtblindheit und einer schnellen Augenermüdung.

Weiterhin ist Vitamin A für den Knochenaufbau, das Knochenwachstum und für die Heilung von Knochenbrüchen wichtig. Das Vitamin stärkt das Immunsystem, da es beispielsweise Schleimhäute und Haut gesund hält und dadurch Viren und Bakterien abgehalten werden. Die Anzahl und die Wirksamkeit von weißen Blutkörperchen wird durch Beta-Carotin und Retinol erhöht und somit können leichter Antikörper produziert werden.

Doch damit noch nicht genug, denn Vitamin A ist ebenso bei der Synthese von Östrogen und Testosteron mit von der Partie. Die Spermienmenge und die -form hängen von einer guten Vitamin A Versorung ab. Ein Vitamin A Mangel kann bei Frauen zu Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit führen.

Vitamin A Mangel

In Deutschland sowie in weiteren Industrieländern kommt ein Vitamin A Mangel eher selten vor. Hingegen treten Mangelerscheinungen in Entwicklungsländern häufig auf. In Deutschland gehören zur Risikogruppe schwangere und stillende Frauen, da bei ihnen der Tagesbedarf erhöht ist. Wird der erhöhte Bedarf bei der Ernährungsweise nicht beachtet, kann es zu einem Vitamin A Mangel kommen. Weiterhin können Krankheiten an Magen und Darm die Aufnahme von Vitamin A erschweren.

Meistens treten die Symptome eines Vitamin A Mangels erst nach Monaten auf. Zu den Anzeichen gehören unter anderem Nachtblindheit, Verhornung der Haut im Zusammenhang mit Akne, Wachstumsstörungen, Appetitlosigkeit, Schäden am Gewebe, häufige Infekte, Erkrankungen der Atemwege und Durchfall. Ebenso kann das äußere Auge so stark austrocknen, dass die Folge eine Erblindung ist.

Ein Vitamin A Mangel muss therapeutisch behandelt werden. Dabei werden den Betroffenen ein Vitamin A Präparat verschrieben.

Vitamin A Vorkommen

Beta-Carotin ist die Vorstufe von Vitamin A und ist in vielen Gemüse- und Obstsorten enthalten. Im menschlichen Körper wird Beta-Carotin in Vitamin A transformiert. Natürliche Quellen für Retinol sind beispielsweise Milchprodukte, Eidotter, Butter und Fisch.

Vitamin A Lebensmittel

Gute Vitamin A Lieferanten sind Lebertran, Rinder- und Schweineleber, Karotten, Fisch, Butter oder Margarine sowie Milchprodukte. Weiterhin befindet sich viel Carotin – auch Provitamin A genannt – in allen roten, orangen oder gelben Gemüse- und Obstsorten. Zu den reichhaltigen Vitamin A Lebensmitteln zählen ebenso Feldsalat, Grünkohl, Spinat und Weichkäse.

Vitamin A Präparate

Kann der Tagesbedarf nicht mit der Nahrung gedeckt werden oder ist die Aufnahme durch eine Erkrankung gestört, empfiehlt sich die Einnahme eines Vitamin A Präparates. Der Bedarf an Vitamin A kann unter anderem durch Stress, Arbeiten am Computer, häufiges Fernsehen, starke Sonneneinstrahlung, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Medikamente und Entzündungen erhöht sein. Auch dann ist es ratsam, ein Vitamin A Präparat einzunehmen.

Im Gegensatz zu Vitamin C wird ein Überschuss an Vitamin A nicht ausgeschieden. Es wird in dem Fall in der Leber gelagert.

Beta-Carotin wird nur dann in Retinol umgewandet, wenn Bedarf besteht. Außerdem ist Retinol – im Gegensatz zu Beta-Carotin – in einer hohen Dosis toxisch. Wird nun ein Vitamin A Präparat auf Basis des Provitamin A (Beta-Carotin) eingenommen, kann eine Überdosierung verhindert werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass für das Präparat natürliche Carotinoide verwendert wurden.

Dosierung

Da es zu einer Überdosierung kommen kann, wird dringend dazu geraten, die Dosierungsanleitungen der Präparate zu beachten oder noch besser die Einnahme mit einem Arzt abzusprechen. Ein Vitamin Präparat mit hoher Dosierung ist zudem rezeptpflichtig.

Überdosierung

Wird langfristig über dreißig Milligramm Vitamin A täglich eingenommen, kommt es zu einer Überdosierung, die sich anfangs mit Müdigkeit, rauer und trockener Haut, Haarausfall, rissigen Lippen, Juckreiz und Schmerzen der Knochen und Muskeln bemerkbar macht. Im weiteren Verlauf kann sich der Knochenabbau beschleunigen und es können Störungen an der Leber sowie Gelenkschmerzen auftreten.

Eine kurzfristige Vitamin A Überdosierung ist dann möglich, wenn an einem Tag über 200 Milligramm Vitamin A (Retinol) aufgenommen wird. Die Symptome bei diesem kurzfristigen Überschuss sind Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Tritt eine Überdosierung in der Schwangerschaft auf, kann dies Missbildungen des Babys nach sich ziehen. Schwangere Frauen sollten täglich maximal drei Milligram (10 000 I.E.) Retinol aufnehmen.

Ein Überschuss an Provitamin A (Beta-Carotin) wird in erster Linie in der Haut gespeichert, die sich dann gelblich oder orange färbt. Dies ist jedoch gesundheitlich unbedenklich.

Tagesbedarf

Der tägliche Bedarf an Vitamin A liegt für einen erwachsenen Menschen bei 0,8 bis 1 mg. Jugendliche und schwangere Frauen benötigen 1,1 mg Vitamin A und Stillende 1,5 mg.